· 

Zunächst ohne konkretes Ziel

Ein Handarbeitsladen, den ich häufig aufsuchte, gab sein Geschäft auf. In den letzten Tagen der Öffnung musste man für alles nur noch einen kleinen Obolus zahlen.

Da lag auf einmal dieses Garn von Katia. Mir gefiel es sofort. Nur 2,50 € war für die 5 vorhandenen Knäuel zu entrichten. Nachdem das Garn 10 Monate im Schrank lag, will ich es verarbeiten.  

Was soll daraus entstehen? Es wird so beschrieben, dass Du es leicht nacharbeiten kannst.


Es ist ein Mischgarn aus 55 % Baumwolle, 40 % Polyacryl und 5 % Polyamid. 50 g entsprechen einer Lauflänge von 125m. Laut Banderole soll es mit Nadelstärke 5 verarbeitet werden. Für einen kurzärmligen Pullover in Größe 42 empfiehlt der Garnhersteller 5 Knäuel einzuplanen.

 

Zunächst will ich also einen solchen Pullover daraus stricken. Nadeln raus, Maschenprobe, Maß nehmen und los geht's.

Das Garn wirkt allein durch seine unterschiedliche Stärke. Ein Muster ist nicht erforderlich. Ich bin begeistert. Bei diesem Garn muss ich nicht immer gleichmäßig stricken. Das Strickgut ist leicht, locker und wunderbar griffig. Das Vorderteil ist schon gut vorangeschritten. Auf einmal mag ich daraus keinen Pullover mehr arbeiten.  Diese Leichtigkeit wird anderweitig besser wirken - denke ich. Ich ziehe alles auf und beginne neu.

Was nehme ich mir nun vor?


Für den Sommer will ich einen leichten Poncho stricken, den man sich an einem kühlen Tag oder Abend schnell überwerfen kann. Ich will ihn in einem Stück von oben nach unten arbeiten.

Es ist ein langwieriges, aber leichtes Arbeiten. Bei dieser Arbeit kann man nebenbei auch fernsehen. Ich stricke so lange bis das vorhandene Garn aufgebraucht ist. Die Länge des Ponchos ist für mich ideal.

Prinzipiell ist das Stück fertig. Die Maschen sind aber noch auf der Nadel. Irgendwie fehlt etwas, das das Gestrick aufwertet. Entweder ich verwende für den oberen und unteren Rand ein rosa Garn oder weißes Fransengarn. 

Zunächst nehme ich das weiche rosafarbene Garn. Schnell stellt sich heraus, dass dieses am unteren Rand ungeeignet ist. Das Gestrick wölbt sich nach oben. Also kommt das Fransengarn dran.


Der 50 g-Knäuel reichte gerade so. Das war Maßarbeit. Und so sieht das fertige Stück aus.

 


Viel Freude beim Nacharbeiten. Vielleicht hilft Euch die folgende Anleitung.

Damit man ihn später über den Kopf ziehen kann, muss der obere Umfang mindestens dem Kopfumfang entsprechen. Ich messe also meinen Kopfumfang und berechne anhand der Maschenprobe die benötigte Maschenzahl. Diese sollte durch 8 teilbar sein, damit man später die Zunahmen gleichmäßig anordnen kann. Für mein Garn empfinde ich 88 Maschen als angemessen.

  • Ich beginne mit einer 80 cm-Rundstricknadel in der Stärke 5.  Ich nehme die berechneten 88 Maschen auf und stricke zunächst 6 Reihen kraus rechts.
  • Von nun an wird glatt rechts und in Runden gestrickt. Ich schließe zur Runde und nehme an 4 gleichmäßig verteilten Stellen jeweils 2 Maschen zu: 1 Umschlag, 2 Maschen rechts, 1 Umschlag, 20 Maschen rechts - das wird noch 3mal wiederholt. Nun sind 96 Maschen auf der Nadel.
  • 2 Runden werden ohne Zunahmen gestrickt.
  • Es folgt wieder eine Runde mit 8 Zunahmen - jeweils vor und nach den zwei rechten Maschen. Es sind dann 104 Maschen auf der Nadel. Nach dieser Runde werden wieder 2 Runden ohne Zunahmen gestrickt.
  • Und so geht es immer weiter: 1 Runde mit 8 Zunahmen und 2 Runden ohne Zunahmen.
  • Nach einiger Zeit befinden sich so viele Maschen auf der Nadel, dass man mit einer längeren Rundstricknadel in der gleichen Stärke weiter arbeiten sollte. Dann strickt es sich leichter.  

Wie lang sollte er generell sein?  An den Zunahmestellen sollten maximal die Ärmellänge plus die halbe Schulterbreite erreicht werden. Da es ein Sommerprodukt wird, kann es gern auch etwas kürzer sein.

Die auf der Nadel befindlichen Maschen häkle ich jeweils mit einer festen Masche von der Nadel runter. Im Anschluss folgt noch eine Runde Stäbchen.

Den oberen Rand umhäkle ich mit einer Reihe halber Stäbchen eines flauschigen Garnes.

Die Anleitung zum Ausdrucken seht Ihr hier:

Download
Roter Poncho
Der Poncho wird mit Creta von Katia von oben nach unten in einem Stück gestrickt. Verziert wird der Poncho am unteren Rand mit Fransengarn. Er kann jedoch auch aus (fast) beliebigem anderen Garn gearbeitet werden.
PonchoRot.pdf
Adobe Acrobat Dokument 336.5 KB

zuletzt geändert am 23.02.2017


Kommentar schreiben

Kommentare: 0