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Geflucht - und doch weiter gearbeitet

Mal ehrlich: Gelingt es Euch immer, ein begonnenes Stück zielstrebig und ohne Zwischenfälle zum Ende zu führen? Mir passiert es schon, dass ich während der Arbeit feststelle, dass meine Vorstellungen sich als unschön oder falsch erweisen.

 

Bei diesem Stück war es besonders krass. Ich will alles der Reihe nach beschreiben.


Irgendwie war ich begeistert von einigen gehäkelten Scheibengardinen, die ich im Internet sah. Und schon stellte ich mir vor, wie die zukünftigen Dekorationen einiger unserer Fenster aussehen könnten. Ihr müsst wissen, dass wir grundsätzlich keine Stores vor den Fenstern haben. Wir genießen den Blick ins Freie durch die klaren Scheiben ohne Sichtschutz. Damit die Fenster nicht so verlassen aussehen, muss dann jedoch anderer Schmuck her. Und nun war mein Ziel: es sollen selbst produzierte Scheibengardinen sein. Ich begann etwa im September 2016 mit der Gardine für das Badfenster. Fliesen, Möbel, Wanne, Waschbecken und Dusche sind weiß. Die Decke, der Badteppich sowie verschiedenes Accessoires sind in unterschiedlichen Blautönen. Ich bildete mir ein, dass eine blaue Scheibengardine alles gut ergänzen könnte.

Das Garn war schnell gekauft. Eine passende Häkelvorlage war vorhanden. Und schon ging es los. Im November 2016 war das Gardinchen fertig. Nach dem Spannen bekam sie ihren vorgesehenen Platz.

 

Oh nein! Die von mir ausgewählte Höhe wirkte an dem Fenster so verloren! Ruck zuck - aus der fertigen Gardine wurde ein Knäuel Garn gewickelt. Und die Adventsdeko musste ohne neue Gardine auskommen!



Mein Vorhaben gab ich jedoch nicht auf. In meinem Kopf hatte sich die Vorstellung einer schicken blauen Gardine eingenistet. :-) Es sollte nun eine etwas höhere Gardine sein. Ich wählte ein Filethäkelmuster aus. Die Gardine soll die Maße 102 cm * 55 cm erhalten. Damit die Filetquadrate absolut gleichmäßig groß werden, häkelte ich maximal drei Reihen am Stück. Schnell stellte es sich heraus, dass man dunkelblaues Garn nicht in der Winterzeit verarbeiten sollte. Bei Einbruch der Dunkelheit musste ich die Arbeit weg legen, weil meine Augen schmerzten. Wie habe ich geflucht!


Nun hängt sie am Fenster. Urteilt selbst! Ich jedenfalls war schockiert:

  • Die Gardine ist zu hoch. Man kann den Fenstergriff nur schwer bedienen.
  • Außerdem ist der obere Rand etwa in Höhe meiner Stirn. Ich kann nicht mehr nach draußen schauen.
  • Die Gardine ist zu dicht. Damit kann man auch nicht durch den Vorhang nach draußen schauen.
  • Der Vorhang ist zu dunkel. Das ganze Badezimmer wirkt düster.

Meine Vorfreude auf das neu gestaltete Fenster war dahin! Jetzt folgt der letzte Versuch! Heller, graziler und flacher soll das Ergebnis aussehen. Los geht's. :-)


Ich arbeitete 7 Quadrate aus dunkelblauem und hellblauem Garn. In den Eckpunkten musste ich sie aneinander häkeln. Rings herum wurden weiße Stäbchen verschiedener Art gearbeitet. Das dafür genutzte weiße Garn Filetta von Online hatte ich noch im Schrank. Die Häkelvorlage entnahm ich der Zeitschrift Diana Nr. 20/2016. Allerdings wandelte ich zumindest die Farbgebung etwas ab.

Das grazilere Werk war im Nu fertig. Es musste nach dem Vernähen der Fäden nur noch gespannt werden.


Aus Filetgarn wurde eine mehrfarbige Scheibengardine gehäkelt.

Und nun hängt das neue Stück am Badfenster. Lang war der Weg!

 

Genügend Material und Ideen habe ich noch für weitere Projekte. Ich werde mich jedoch erst einmal mit den anderen UFO's befassen.



Vom Garn, das ich anfangs für die Gardine nutzte, fertigte ich später ein Tuch an. Es freut sich darauf, als Geschenk weiter gereicht zu werden.

 

Von diesem Garn ist jedoch immer noch einiges da. Es landet nun erst einmal im Restekörbchen.



zuletzt geändert am 15.05.2017


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